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Zwei Server, die nur mitzählen sollten

Korrektur vom 16.10.2026: Die erste Fassung dieses Beitrags behauptete, die beiden Quorum-Server hätten über 100 GB Arbeitsspeicher und einen Cluster gebe es gar nicht. Beides war falsch, eine zweite Bestandsaufnahme hat es widerlegt. Wir haben den Beitrag neu geschrieben. Jetzt ist der Irrtum das Thema.

TL;DR

  1. Was man nicht gesehen hat, ist deshalb nicht weg. Wir haben aus „nicht belegt“ ein „nicht vorhanden“ gemacht und lagen falsch.
  2. Ob es einen Cluster gibt, zeigt ein Befehl. pvecm status auf einem Knoten hätte die Frage vor Ort beantwortet.
  3. Ein Cluster mit zwei Knoten braucht eine dritte Stimme. Dafür reicht ein QDevice auf einem kleinen System.

Was wir vor Ort gesehen haben

Bei einer Bestandsaufnahme zählten wir die Proxmox-Hosts durch. In zwei Räumen standen je zwei große Hosts mit Last. Daneben stand in jedem Raum ein kleiner Server ohne VMs, vorgesehen nur fürs Quorum.

Die Hosts waren in einzelnen Browser-Tabs offen. pvecm status hat niemand ausgeführt. Corosync-Einträge fanden wir, ein Bild vom ganzen Cluster nicht. In unseren Notizen stand danach: Corosync angefangen, nie fertig, jeder Host läuft für sich. Die Quorum-Server zählen also bei nichts mit.

So haben wir es auch hier geschrieben, als Pointe. Dazu kam eine falsche Zahl: Die kleinen Server hätten über 100 GB Arbeitsspeicher.

Was die zweite Aufnahme zeigte

Ein paar Tage später lief aus der Ferne ein Skript auf jedem Host. Das Ergebnis war eindeutig. Jeder Raum hat einen eigenen Cluster mit drei Knoten: zwei mit Last, einer fürs Quorum. Beide Cluster haben ihr Quorum. Der Aufbau, den wir empfehlen wollten, stand längst.

Die Quorum-Server sind kleine Maschinen mit vier Kernen und 31 GB. Für ihre Aufgabe passt das.

Wie es zu dem Fehler kam

Wir haben nicht nachgesehen, ob es einen Cluster gibt. Wir haben nachgesehen, ob wir einen sehen. Das ist nicht dasselbe.

„Nicht belegt“ ist ein ehrlicher Befund. Er gehört als offene Frage in die Notizen, nicht als Tatsache. Wir haben ihn zur Tatsache gemacht, weil er die bessere Geschichte war. Seitdem erheben wir den Cluster-Status per Skript und nicht mehr nach Augenschein.

Wo die dritte Stimme wirklich fehlte

Die Fernaufnahme fand noch einen dritten Cluster, für zentrale Dienste. Er hat zwei Knoten und kein QDevice. Fällt einer davon aus, verliert der andere das Quorum. Dann ist /etc/pve nur noch lesbar: keine Änderungen, kein HA.

Proxmox hat dafür das QDevice . Auf einem externen System läuft corosync-qnetd und gibt seine Stimme immer nur einer Seite. Eine kleine VM oder ein kleiner Rechner reicht. Das QDevice spricht TCP/IP und braucht nicht die niedrige Latenz von Corosync. Am besten steht es an einem dritten Ort.

Proxmox unterstützt es für Cluster mit einer geraden Zahl von Knoten. Zwei Knoten sind genau dieser Fall. Fällt das QDevice selbst aus, ist man so weit wie ohne.

Was wir jetzt vorschlagen

  1. Die beiden Raum-Cluster so lassen. Drei Knoten, Quorum in Ordnung.
  2. Für den Cluster mit zwei Knoten ein QDevice aufsetzen, an einem dritten Ort.
  3. Bei der nächsten Bestandsaufnahme zuerst das Skript laufen lassen, dann die Schlüsse ziehen.

Die erste Fassung endete mit einer Frage, die vorher niemand gestellt hatte. Die Frage, die wir uns hätten stellen sollen, war kürzer: Haben wir nachgesehen?