Ein Name für die Ewigkeit, in dreißig Sekunden vergeben
An einem Veeam-Job lässt sich fast alles nachträglich geradeziehen. Aufbewahrung, Zeitplan, Repository, Verschlüsselung, Benachrichtigungen — alles Felder, die man aufmacht, ändert und wieder zumacht. Eine Ausnahme gibt es. Sie steht ganz oben im Assistenten, sieht nach nichts aus und ist in dreißig Sekunden erledigt: das Namensfeld.
Wie wir Jobs benennen
Unsere Konvention setzt den Namen aus fünf Teilen zusammen:
<Retention>_<OFFSITE>_<GEO>_<APP>_<ENV>
Ein Job heißt damit etwa std_OFFSITE_DE_FILE_PROD, oder ohne Kopie außer Haus schlicht std_DE_FILE_PROD.
stdoderprmist der Aufbewahrungsstandard.stdbedeutet 30 Tage täglich, dazu 4 wöchentliche, 12 monatliche und ein jährliches Backup.prmverlängert die täglichen auf 60 Tage, der Rest bleibt gleich.OFFSITEsteht nur dort, wo tatsächlich eine Kopie das Haus verlässt.DEist das Land, in dem die Maschine steht.FILEist die Anwendung — danebenSQL,EXCHANGE,AD.PRODist der Bereich: Kundenanwendung, interne Produktion, Infrastruktur.
Der Zweck ist bescheiden und wirkt trotzdem: Man liest aus der Job-Liste ab, welchen Schutz eine Maschine hat, ohne irgendwo nachzuschlagen. Bei vier Jobs braucht das niemand. Bei achtzig ist es der Unterschied zwischen einem Überblick und einem Nachmittag.
Der Haken
Umbenennen lässt sich ein Job. Nur eben halb.
Veeam zieht die Backup-Auflistung nicht mit, und die Datei- und Ordnernamen im Repository auch nicht. Nach einer Umbenennung heißt der Job das eine und liegen die Daten unter dem anderen. Von Hand aufzuräumen ist das kaum, und wer es versucht, riskiert an einer Stelle etwas, an der man nichts riskieren möchte.
Das Ergebnis ist schlechter als vorher: Statt eines veralteten Namens hat man zwei verschiedene, die beide stimmen könnten.
Der Job-Name ist damit die einzige Einbahnstraße in der ganzen Konfiguration.
Ausgerechnet das Feld, das sich am ehesten ändert
Nun steht vorne im Namen die Aufbewahrung. Und die Aufbewahrung ist genau das, was sich im Leben eines Jobs am ehesten ändert. Eine Maschine wird wichtiger, aus std wird prm — zwei Klicks im Retention-Feld, völlig unspektakulär.
Der Name bleibt std_... und ist ab diesem Moment falsch.
Er ist nicht irgendwo falsch, sondern an der meistgelesenen Stelle der Umgebung. Die Job-Liste ist für die meisten der erste Blick und für viele der einzige. Wer dort std liest, geht von dreißig Tagen aus, und niemand hat einen Anlass, das nachzurechnen — die Zahl steht ja da.
Das ist derselbe Mechanismus, der auch bei dreißig Wiederherstellungspunkten zuschlägt oder bei einer Sperrfrist, die länger hält als die Aufbewahrung: Nichts ist kaputt, nichts wird rot, eine Anzeige bedeutet nur etwas anderes als das, was jemand gemeint hat.
Das Feld, das mitwächst
Dagegen hilft ein zweites Feld, das direkt daneben liegt und dauerhaft änderbar bleibt: die Beschreibung.
Dorthin gehört alles, was lebt — Besonderheiten des Jobs, die Wiederherstellungsstrategie, warum die Aufbewahrung angehoben wurde und wann. Wir füllen sie beim Anlegen aus, nicht erst dann, wenn sie jemand braucht. Wer sie braucht, hat meistens gerade keine Zeit, sie zu schreiben.
Ein Feld, das wir selbst nie entschieden haben
Ehrlicherweise gehört dazu, dass unsere eigene Konvention an einer Stelle offen ist. Für den geografischen Teil gibt es zwei Wege: grobe Regionen wie EMEA oder APAC, oder die Länderkennung wie DE und FR. Festgelegt wurde nie, welcher gilt. In derselben Umgebung können also std_EMEA_FILE_PROD und std_DE_FILE_PROD nebeneinanderstehen und dasselbe meinen.
Bei jedem anderen Feld wäre das eine Kleinigkeit, die man später aufräumt. Hier nicht — weil sich Namen nicht ändern lassen, wird jede Runde Unentschiedenheit dauerhaft mitgeschleppt.
Und ein Standard auf dem Papier ist noch keine Umgebung, die ihm folgt. Bei uns steht die Vereinheitlichung der Backup- und VM-Namen seit Jahren auf der Liste der Dinge, die regelmäßig stören und selten drankommen. Für dieses Jahr steht sie als eigener Auftrag drauf. Ob das reicht, wird man sehen.
Die Regel
In den Namen gehört nur, was sich nicht ändert.
Alles andere gehört in die Beschreibung. Und weil ein Name eine Einwegentscheidung ist, wird das Schema einmal vollständig entschieden, bevor der erste Job angelegt wird — einschließlich der Felder, die im Moment niemanden interessieren.
Ein Feld, das man offen lässt, wird nicht später geklärt. Es bleibt offen, solange die Umgebung steht.
