Bezahlt, aber nie eingeschaltet
Bei einer Bestandsaufnahme vor Kurzem fragten wir nach den Proxmox-Subscriptions. Die Antwort kam schnell: Haben wir, sind gekauft. Dann sahen wir in die Hosts. Dort war keine aktiv.
Zwei Dinge waren schiefgegangen. Die Subscriptions passten nicht zur Hardware. Und eingespielt worden waren sie nie.
Wie Proxmox zählt
Proxmox VE ist freie Software. Was man kauft, ist eine Subscription, und die wird nach CPU-Sockeln berechnet. Auf der Preisseite von Proxmox steht es klar: Eine Subscription ist für jeden belegten physischen CPU-Sockel nötig, die Zahl der Kerne spielt keine Rolle. Im Cluster braucht jeder Server eine Abdeckung für seine belegten Sockel, und alle Knoten brauchen dieselbe Stufe.
Ein Server mit zwei Prozessoren braucht also eine Subscription für zwei Sockel. Gekauft worden waren Subscriptions für einen Sockel. Laut Haus beruhte das auf einer falschen Auskunft beim Kauf. Wie es dazu kam, ist am Ende zweitrangig. Die Schlüssel passten nicht.
Was eine nicht aktive Subscription kostet
Das Geld war ausgegeben. Bekommen hat man dafür nichts, denn eine Subscription wirkt erst, wenn ihr Schlüssel auf dem Host eingetragen ist.
Ohne aktiven Schlüssel fehlen zwei Dinge:
- Das Enterprise-Repository. Proxmox nennt es in der Dokumentation der Paketquellen die empfohlene Quelle, mit den stabilsten Paketen und für den Produktivbetrieb geeignet. Zugriff gibt es nur mit gültigem Schlüssel. Die Alternative, das No-Subscription-Repository, ist laut Proxmox für Tests und Nicht-Produktivbetrieb gedacht, weil die Pakete dort nicht immer so gründlich getestet sind.
- Der Herstellersupport. Die Stufen Basic, Standard und Premium enthalten Support-Tickets bei Proxmox. Ohne aktive Subscription gibt es keine.
Für eine Umgebung, die produktiv läuft, ist beides kein Luxus. Ein Update, das vorher breiter getestet wurde, und ein Ansprechpartner beim Hersteller, wenn etwas klemmt: Genau dafür war das Geld gedacht.
Nicht der einzige Fall im Haus
Bei derselben Bestandsaufnahme war es beim Monitoring ähnlich. Lizenzen waren da, Schulungen auch. Eingerichtet war nur ein kleiner Teilbereich, und wie der aktuelle Stand aussah, konnte niemand zeigen.
Das ist dasselbe Muster. Gekauft heißt nicht eingerichtet, und eingerichtet heißt nicht gepflegt. Ein Werkzeug, für das bezahlt wurde, fühlt sich wie erledigt an. Genau deshalb fragt niemand mehr nach.
Warum das niemand bemerkt
Proxmox läuft auch ohne Subscription. Die Hosts starten, die VMs laufen, Updates kommen, wenn ein Repository eingetragen ist. Es gibt keinen Ausfall, an dem man es merkt.
Darum fällt es erst auf, wenn man Support braucht. Und dann ist der falsche Moment, um festzustellen, dass die Lizenz nicht passt.
Was wir vorgeschlagen haben
- Inventur gegen die Hardware. Für jeden Host: Wie viele Sockel sind belegt? Welche Subscription ist gekauft, für wie viele Sockel, welche Stufe? Beides in eine Liste.
- Umtauschen oder nachkaufen. Wo Sockelzahl und Subscription nicht zusammenpassen, mit dem Händler oder direkt mit Proxmox klären, ob ein Umtausch geht. Sonst passend nachkaufen.
- Aktivieren. Den Schlüssel auf jedem Host eintragen und prüfen, dass der Status gültig ist.
- Repository prüfen. Eine aktive Subscription nützt nichts, wenn der Host weiter aus dem No-Subscription-Repository aktualisiert wird. Nachsehen, welche Quelle tatsächlich eingetragen ist.
- In die Vertragsliste aufnehmen. Laufzeit, Stufe, Host. Damit die Verlängerung nicht genauso unbemerkt ausläuft, wie die Aktivierung unbemerkt ausblieb.
Das ist kein großes Projekt. Ein Nachmittag Inventur, ein paar Mails, ein paar Schlüssel. Danach hat man, wofür man längst bezahlt hat.
