Neues Netz, schon gemischt
Bei einer Bestandsaufnahme vor Kurzem war das Netz neu. Aufgebaut mit dem Neubau, keine zehn Jahre gewachsene Altlast. Trotzdem standen da Switches von zwei Herstellern nebeneinander, jeder mit eigener Oberfläche, eigener Firmware und ohne gemeinsame Verwaltung.
Ein gemischtes Netz ist bei Bestandsnetzen normal. Bei einem Neubau ist es eine Entscheidung, auch wenn sie wahrscheinlich niemand bewusst getroffen hat.
Wie das passiert
Meistens nicht per Plan, sondern per Bestellung. Ein Gewerk bringt seine eigenen Switches mit, ein Lieferant hatte gerade andere vorrätig, für einen Bereich gab es schon eine Vorgabe. Jede Einzelentscheidung ist nachvollziehbar. Am Ende hat man zwei Welten.
Was es im Alltag kostet
- Doppelte Bedienung. Zwei Oberflächen, zwei Befehlssätze, zwei Arten, ein VLAN anzulegen. Wer selten an das eine System muss, schaut jedes Mal nach.
- Doppelte Firmware. Zwei Hersteller heißen zwei Update-Zyklen, zwei Sicherheitsmeldungen, zwei Testläufe. Einer davon bleibt erfahrungsgemäß zurück.
- Doppeltes Wissen. Gerade in einem kleinen Team ist das teuer. Die Vertretung muss dann beide Welten kennen, nicht nur eine. Warum das so wichtig ist, steht in Das Betriebswissen stand nur in den Köpfen .
- Uneinheitliche Konfiguration. Ohne zentrale Verwaltung wird jeder Switch einzeln eingestellt. Was nicht aus einer Vorlage kommt, läuft auseinander.
Wie man wieder rauskommt
Nicht, indem man funktionierende Switches sofort rauswirft. Das wäre teuer und bringt im Betrieb wenig.
- Für die nächste Erneuerung einen Hersteller festlegen, mit zentralem Management. Switches und Access Points aus einer Verwaltung.
- Bis dahin: sichern und dokumentieren. Die Konfiguration jedes Switches wird regelmäßig gesichert, am besten automatisch in ein Versionsarchiv. Dann weiß man auch bei zwei Welten, was wo eingestellt ist.
- Eine gemeinsame Vorlage, auch wenn sie zweimal übersetzt werden muss. VLAN-Nummern, Namen, Portbeschreibungen: gleich, egal auf welchem Gerät.
- Neue Geräte nur noch aus der Zielwelt. Damit der Anteil der zweiten Welt nicht mehr wächst.
Ein frisches Netz ist der beste Zeitpunkt für eine einheitliche Linie. Ist der verpasst, ist der zweitbeste die nächste Erneuerung, wenn man sie rechtzeitig plant.
