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Checkliste: Ist meine Visitenkarte eine Zeitbombe?

TL;DR

  1. Zehn Punkte, eine halbe Stunde, kein Technikwissen nötig. Gebraucht werden der Zugang zum Hoster und ein Browser.
  2. Jeder Punkt stammt aus einer echten Seite, die „eh kaum genutzt“ wurde und am Ende drei bis vier Stunden Not-OP brauchte.
  3. Sind drei oder mehr Punkte schlecht, lohnt sich entweder Wartung einmal im Quartal oder der Umstieg auf eine statische Seite.

Die Geschichte dahinter steht in Wir nutzen die Website eh kaum , die rechtlichen Risiken in Ungenutzt heißt nicht harmlos . Hier ist die Liste zum Selbstprüfen.

1. Welche PHP-Version läuft?

Wo: im Kundenbereich des Hosters, meist unter „Webspace“ oder „PHP-Einstellungen“. Schlecht: alles unter 8.2. Diese Versionen bekommen keine Sicherheitsupdates mehr. Auch 8.2 endet Ende 2026.

2. Steht ein Extended Support auf der Rechnung?

Wo: in der Rechnung des Hosters. Schlecht: ein Posten wie „PHP Extended Support“ oder „Legacy“. Dann zahlen Sie jeden Monat extra dafür, dass eine veraltete Version weiterläuft.

3. Darf Google die Seite finden?

Wo: Seite im Browser öffnen, Quelltext anzeigen (Strg+U), nach noindex suchen. Schlecht: ein Treffer. Dann ist die Seite für Suchmaschinen gesperrt. Besonders nach einem Update oder einer Neuinstallation prüfen, dabei rutscht die Zeile gern mit hinein.

4. Ist die Software aktuell?

Wo: bei WordPress im Dashboard unter „Aktualisierungen“. Schlecht: ausstehende Updates für WordPress oder Plugins, Plugins ohne gültige Lizenz, ein Theme, das seit Jahren kein Update hatte.

5. Was liegt sonst auf dem Webspace?

Wo: im Dateimanager des Hosters oder per FTP. Dazu die Liste der Datenbanken im Kundenbereich. Schlecht: Ordner wie alt, neu, test, 2017, alte Kopien der Seite, Werkzeuge wie phpMyAdmin. Mehr Datenbanken, als die Seite braucht.

6. Sind die Kommentare aus?

Wo: in WordPress unter „Einstellungen“, „Diskussion“, und unter „Kommentare“. Schlecht: Kommentare offen auf einer Seite, die keine braucht. Hunderte Einträge im Spam.

7. Lädt die Seite etwas von Google?

Wo: im Quelltext nach fonts.googleapis.com, ajax.googleapis.com, google-analytics.com, googletagmanager.com und maps.google suchen. Schlecht: ein Treffer, ohne dass der Besucher vorher zugestimmt hat. Schriften und Skripte gehören auf den eigenen Server.

8. Haben alle Domains ein gültiges Zertifikat?

Wo: jede Adresse im Browser aufrufen, mit und ohne www, auch Zweitdomains. Schlecht: eine Warnung statt des Schlosses. Und im Kundenbereich: eine Domain, die bald ausläuft, ohne dass jemand entschieden hat, was mit ihr passiert.

9. Stimmen Impressum und Inhalte?

Wo: auf der Seite selbst. Schlecht: alte Adresse, alte Geschäftsführung, Stellenanzeigen von vor Jahren, Karten von Standorten, die es nicht mehr gibt.

10. Wer liest die Mails vom Hoster?

Wo: im Kundenbereich unter den Kontaktdaten. Schlecht: eine Adresse, die niemand mehr liest, oder die eines früheren Mitarbeiters. Dann landet die nächste Virus-Warnung im Nichts.

Und dann?

Ein oder zwei schlechte Punkte sind schnell behoben. Bei drei oder mehr gibt es zwei vernünftige Wege:

  • Wartung einmal im Quartal. Updates, Altlasten löschen, diese Liste durchgehen. Dauert jedes Mal Minuten statt einmal Stunden.
  • Eine statische Seite. Wenn die Website nur zeigt, wer Sie sind und wie man Sie erreicht, braucht sie keine Datenbank und kein CMS. Dann fallen die Punkte 1, 2, 4, 5 und 6 einfach weg.

Was nicht funktioniert, ist der dritte Weg: nichts tun und hoffen.