True IT Stories

Community Edition für Dritte ist nicht

Erster Termin bei einem neuen Kunden. Wir sehen uns die Datensicherung an, und da läuft Veeam. Die Community Edition, die kostenlose. Eingerichtet und betreut vom bisherigen IT-Dienstleister.

Der Kunde wusste das nicht. Er wusste, dass gesichert wird, und dass er dafür bezahlt. Mit welcher Lizenz, und auf wessen Namen, hatte er nie gefragt.

Was die Lizenz erlaubt

Die Community Edition ist ein ernsthaftes Produkt. Für kleine Umgebungen kann sie fast alles, was die bezahlte Version kann. Gedacht ist sie für Leute, die ihre eigenen Systeme sichern. Der Kunde darf sie also für sich selbst einsetzen. Ein Admin darf sie zu Hause für sein Labor nutzen.

Was nicht geht, steht in der Veeam Licensing Policy , Abschnitt 3.22, ziemlich deutlich:

„You may not use the Free and Community Edition licenses to provide services to third parties (including support and consulting services for existing Free and Community Edition license installations) or to process third-party data."

Sobald ein Dienstleister die Sicherung beim Kunden einrichtet oder betreut, ist das eine Dienstleistung für Dritte. Das gilt auch dann, wenn für die Sicherung selbst kein Geld fließt und der Dienstleister „nur mal draufschaut". Ausdrücklich genannt sind sogar Support und Beratung für bestehende Installationen. Damit verstößt die Konstellation gegen die Lizenz, nicht erst die Abrechnung.

Was im Ernstfall fehlt

Der zweite Satz in demselben Abschnitt ist der, der im Ernstfall wehtut:

„Veeam has no obligation to support, maintain or provide any assistance for any of these licenses."

Wenn ein Restore nicht klappt und der Dienstleister nicht weiterkommt, gibt es keinen Herstellersupport, den man anrufen kann. Bei der Community Edition ist man allein. Für das eigene Labor ist das in Ordnung. Für die Daten eines Unternehmens ist es das nicht, auch dann nicht, wenn das Unternehmen sie selbst sichert und die Lizenz das erlaubt. Erlaubt heißt nicht, dass man im Ernstfall Hilfe bekommt. Wer seine Firma auf eine Sicherung ohne Herstellersupport stellt, spart an der falschen Stelle.

Drei Wege, die erlaubt sind

Wer als Dienstleister Veeam beim Kunden betreut, hat drei saubere Möglichkeiten:

  1. Der Kunde kauft eine Lizenz auf seinen eigenen Namen. Dann gehört sie ihm, auch wenn er den Dienstleister wechselt.
  2. Pay per Use über einen Veeam Cloud & Service Provider. Abgerechnet wird monatlich nach Nutzung, ohne Vorabkauf. So bieten wir das Systemhäusern an . Wie das gezählt wird und wo Kalkulationen kippen, steht in Veeam-Punkte: die Fragen, die immer wiederkommen .
  3. Ein Rental Agreement über den Distributor. Der Dienstleister mietet die Lizenzen selbst und rechnet sie gegenüber seinen Kunden ab.

Welcher Weg passt, hängt vom Dienstleister ab. Alle drei haben eins gemeinsam: Es gibt eine Lizenz, die zum Einsatz passt, und es gibt Support.

Die eine Frage

Für den Kunden reicht eine einzige Frage an seinen Dienstleister:

Mit welcher Lizenz sicherst du meine Daten, und auf wessen Namen läuft sie?

Ist die Antwort „Community Edition", ist das Gespräch über die Sicherung noch nicht zu Ende. Es fängt dann erst an.